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Lohas – Der Kapitalismus wird gut

Posted in on 8-3-16

Lohas – Der Kapitalismus wird gut

Mit Moral Profit machen? Und wie! In den wohlhabenden Staaten verlangen Kunden derzeit zunehmend Produkte, die ihnen kein schlechtes Gewissen machen. Fairer Handel, ethisch einwandfreie und nachhaltige Produktion, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz entscheiden immer öfter darüber, was gekauft wird und was nicht, stellt auch die WirtschaftsWoche in ihrer aktuellen Titelgeschichte fest. Wer Kinder schuften lässt, damit der Preis stimmt, wird mit Boykott bestraft. Wer wahllos Pestizide versprüht, spürt das am Umsatz.

Mitarbeiter will eingestellt werden

Und wer Kunden wie Mitarbeiter mies behandelt, wird öffentlich an den Pranger gestellt. Wie selbstverständlich nutzt diese neue Kundengeneration Genuss, Lifestyle und Moral für ihr Konsumkalkül. Natürlich auch, weil sie es sich leisten kann. Dabei heraus kommt ein gigantischer Markt: Weltweit werden jedes Jahr bereits drei Millionen Kilo fair gehandelter Kaffee verkauft. Das Hauptthema der diesjährigen IAA war – natürlich – die grüne Welle: Hybridantriebe und abgasarme Motoren ersetzen Benzinschlucker. Ganze 230 Milliarden US-Dollar beträgt das Marktvolumen für energiesparende und nachhaltige Produkte allein in den USA. Und wie es der Zufall so will, ist heute in einem Monat ausgerechnet auch noch ein globaler „Blog Action Day“, an dem über 5000 Blogger weltweit über ein Thema schreiben – den Umweltschutz.

Bereits ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland und den USA gehören Schätzungen zufolge zu den sogenannten Lohas an, den Anhängern des „Lifestyle of Health and Sustainability“. Die kaufen nicht nur Bio-Gemüse, sondern auch Ökoklamotten – vorausgesetzt, sie sind fair und schick. So stiegen die Umsätze von Luxus-Ökomarken wie Linda Loudermilk oder der dänischen Noir in der Vergangenheit rasant an. Der Absatz von fairer Mode erhöhte sich seit 2004 gar um 35 Prozent. Der Designer Philippe Starck sagt gar: „Der Markt der Zukunft wird moralisch sein, oder er wird gar nicht mehr sein.“

dekoAlles nur Show für mehr Profit? Oder ein tatsächlicher Sinneswandel der Unternehmen? Auf jeden Fall ist ein starker, weltweiter Trend. Einer, der von den Kunden ausgeht und nun von den Herstellern beantwortet wird. Auch weil sie es müssen: Dem Nachwuchs sind heute Werte wie Fairness und Nachhaltigkeit wichtig. Unternehmen, die hierbei ein gutes Image genießen bekommen mehr und bessere Bewerbungen. Und das gute Mitarbeiter immer mehr zur Mangelware avancieren, hilft der gute Kapitalismus gleich doppelt: in der Kasse und im Recruiting. Ob das aber auf Dauer reicht? Wohl nur, wenn die Konsumenten ihre Nachfragemacht dauerhaft nutzen – und wenn sie sich auch weiterhin leisten können, wählerisch zu sein.

Prüfe nach unter www.dako-jobcenter.de <<<